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  • Wenn Heribert Partl in der letzten Wochenendausgabe der SZ anprangert, dass Gesetze von erfahrenen Juristen (nein, ich bin keine Jurist) statt von hochbezahlten Beamten geschrieben werden, dann thematisiert er einen durchaus interessanten Punkt.

    Ich halte es für gut, wenn Gesetze von in der jeweiligen Thematik erfahrenen Spezialisten ausgearbeitet werden. Und natürlich müssen diese den pollitischen Willen des Auftraggebers widerspiegeln und dürfen kein versteckter Lobbyismus sein. Dieses Verfahren sollte sogar verstärkt werden. Allerdings sollte im Gegenzug dann nicht mehr benötigtes Personal in den Ministerien abgebaut werden. Im Sinne eines schlanken Staates eh' eine gute Idee.

    Also, lieber Minister zu Guttenberg und Kollegen, lassen Sie ruhig weiter Gesetze von Profis schreiben. Aber vergessen Sie nicht, ihre Personalstrukturen entsprechend anzupassen! Denn es ist unser Geld!

    Mit bester Empfehlung

    Andreas Keck

  • Nachdem die SPD um ihren Kanzlerkandidat und derzeitigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 14.6. ihr Programm für die Bundestagswahl 2009 mit einem sehr merkwürdigen Steuerkonzept verabschiedet hat, hat es nicht sehr lange gedauert, bis auch die Union aus ihrem „Steuerversteck“ herausgekommen ist. Aber im Gegensatz zu den fast schon revolutionären SPD-Ideen geben sich CDU/CSU bodenständig-konservativ, ja fast schon zaghaft. Noch am Sonntagabend, also mit Ausklang des Parteitages des Koalitionspartners, scharrt Kanzlerin Merkel die Unionsgranden um sich, um an der Ausrichtung der Unions-Steuerpolitik zu feilen. Die Bundeskanzlerin verspricht keine höheren Belastungen, dafür Entlastungen, wo dies möglich sei. Na, das ist doch schon mal etwas! Die zurückhaltende Phrase „wo dies möglich sei“ lässt dennoch starke Zweifel an dem erklärten Ziel einer wirklichen Senkung der Steuerbelastung aufkommen.
    Diese Zaghaftigkeit zieht sich durch alle Bereiche des CDU-Steuerkonzeptes. CDU und CSU konnten sich darauf einigen, den Eingangssteuersatz von momentan 14 Prozent auf zunächst 13 Prozent zu senken. „Zu einem späteren Zeitpunkt“, so die Union, will man weiter auf 12 Prozent reduzieren. Und auch hier vermisst der Wähler eine klare zeitliche Festlegung, wann dieser „spätere Zeitpunkt“ nun wirklich eintreten soll. Vielmehr erklärt die Bundeskanzlerin, dass die Entlastungen im Laufe der nächsten Legislaturperiode greifen sollen. Aufschieben, aussitzen und dann vergessen! So erlebt die „Politik der ruhigen Hand“ noch eine Renaissance unter anderem Vorzeichen. Vergessen sind der Tatendrang und der ernste Reformwille der Union unter Merkel, wie wir ihn im Jahr 2005 erleben konnten. Zu groß scheint die Angst der Konservativen, nach dem Debakel mit dem kalten und unsozialen „Professor aus Heidelberg“ nun seinen noch kälteren und unsozialeren Nachfolger, den „Baron aus Bayern“, von der SPD vorgehalten zu bekommen.
    Zur gleichen Zeit lästert die Kanzlerin über ihren angeblichen Wunschpartner, die FDP. Die Liberalen, so kritisierte Merkel, versprächen den Wählern „das Blaue vom Himmel“ und seien mit ihren Forderungen nach Steuersenkungen „realitätsfern“. Es mutet schon sehr kurios an, wenn die CDU ihre eigene Furcht vor Reformen und ihre Trägheit in der Steuerpolitik damit kaschieren will, dass sie den Mut der FDP mit dem Begriff „Realitätsferne“ abstraft.
    Nach den für die Union eher enttäuschenden Europa- und Kommunalwahlen sollte sie eigentlich merken, dass die zaghafte Strategie und die ständige Nichtfestlegung bei wichtigen Fragestellungen vom Wähler nicht honoriert werden. Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass die FDP mit ihren klaren Positionierungen, vor allem in der wichtigen Frage der Steuerpolitik, so viele neue Wähler – die meisten davon frustrierte Unionswähler – dazu gewinnen konnte?

    Liberale Grüße
    Stefan Remhof
     

  • Die SPD zeigte sich in den vergangenen Tagen fleißig und ließ als erste die Katze aus dem Sack: Noch vor allen anderen Parteien und deutlich vor der Europawahl haben die Sozialdemokraten am 18. April ihr Wahlprogramm aus dem Hut gezaubert. Und das könnte fast aus den Federn der Konkurrenz am linken Rand stammen. Mit Vorschlägen einer Wiedereinführung der Börsenumsatzsteuer, die von Schwarz-Gelb im Jahr 1991 abgeschafft wurde, einer Vermögenssteuer und Absurditäten wie der kostenfreien Anti-Baby-Pille für sozial Schwache wärmt sie die Herzen der Gewerkschafter und des linken Parteiflügels. Völlig daneben gegriffen hat die SPD allerdings mit ihrer Idee eines „Lohnsteuer-Bonus“. Demnach sollten Lohnsteuerpflichtige einen Bonus in Höhe von 300 Euro (für Verheiratete: 600 Euro) erhalten, sofern sie dem Finanzamt per Postkarte mitteilten, dass sie auf eine Einkommenssteuererklärung verzichteten. Kostenpunkt nach SPD-Schätzungen: rund  vier Milliarden Euro. Die Maßnahme soll vor allem dem Bürokratieabbau dienen und Kapazitäten in den Finanzämtern für andere Steuerfälle freigeben. Gleichzeitig soll der Einkommenssteuersatz für – nach SPD-Jargon „Normalverdiener“ –  von derzeit 14 auf nur noch zehn Prozent gesenkt werden. Wem das noch nicht reicht, der kann sich über folgende Idee freuen: Der Kinderfreibetrag soll nach Willen der SPD-Führung um 200 Euro auf nunmehr 4.064 Euro erhöht werden.

    Um diese sozialen Wohltaten zu finanzieren, hat sich die SPD ausgedacht, einen „solidarischen Lastenausgleich“ einzuführen. Was zunächst sehr vage klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 47 Prozent auf zu versteuernde Einkommen ab einer Höhe von 125.000 Euro (bzw. 250.000 Euro bei Verheirateten), was die Sozialdemokraten unter dem schönen Begriff „Bildungszuschlag“ führen, aber eher die Idee der „Reichensteuer“ trifft. Da die Partei des Merkel-Herausforderer fürchtet, dass dies allein zur Finanzierung dieser höheren Ausgaben nicht ausreicht,  wird eben auch über die Wiedereinführung der Börsenumsatzsteuer von bis zu 1,5 Prozent für Umsätze von Börsengeschäften von mehr als 1.000 Euro nachgedacht.

    Zwar sind Steinmeier und Co. inzwischen von der Vermögenssteuer wieder abgerückt, der „Lohnsteuer-Bonus“ sowie die Börsenumsatzsteuer werden uns im Wahlkampf aber wohl begleiten. Die SPD entfernt sich mit diesen Konzepten immer mehr von einer ihrer möglichen Koalitionsmöglichkeiten, nämlich der „Ampelkoalition“ zusammen mit der FDP und den Grünen.

    Es scheint, dass der kommende Bundestagswahlkampf weitgehend auf das Thema Steuern zugeschnitten wird. Zwar sagt Steinmeier, dass er nicht der „Kandidat der Steuererhöhungen“ werden will, dennoch ist gerade dies zu befürchten.

     Wie wäre es, statt Postkarten einfach Bierdeckel an das Finanzamt zu schicken? Das würde – wie bei dem Vorschlag der SPD – die Bürokratie abbauen. Zudem wäre dies transparenter, effizienter und vor allem! Allerdings erweist sich das inzwischen als problemtisch. Falls zur gleichen Zeit, wie die SPD ihren „Lohnsteuer-Bonus“ ins Rennen gebracht hat, hat der Marktführer in der Herstellung von Bierdeckeln, die Katz-Gruppe aus dem badischen Weisenbach, ihren Insolvenzantrag gestellt. Ob hier nun ein direkter Zusammenhang besteht oder die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens doch eher auf den kontinuierlich sinkenden Bierkonsum zurückzuführen ist,  liegt nun in der Interpretationsmacht des Lesers.

     

    Liberale Grüße

    Stefan Remhof

     

  • Pünktlich zur anstehenden Bundestagswahl hat sich die SPD die neue alte Gruppe ausgewählt, auf die sie sich in Wadenbeißermanier stürzen will: die "Reichen". Die Sozialdemokraten haben zum Ziel, den progressiven Steuersatz dahingehend zu gestalten, dass die so genannten "Besserverdiender" künftig noch mehr belastet werden. Gegenwärtig greift der Grenzsteuersatz von 42 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen (zvE) von 52.152 Euro. Verdient eine ledige Person mehr als 250.000 Euro, greift der Spitzensteuersatz in Höhe von 45 Prozent. Der Vorschlag der SPD unter dem Stichwort "Steuerbalkon" lautet nun, einen "Solidarbeitrag Bildung" einzuführen, der von den bei der SPD unbeliebten "Reichen" zukünftig 47,5 Prozent abknüpfen soll. Und wem dies noch nicht genug ist: die Grenze, ab der dieser Beitrag gelten soll, soll nach Ansicht von Frank-Walter Steinmeier von den gegenwärtigen 250.000 Euro auf nunmehr 125.000 Euro für Ledige halbiert werden. Nach dem aktuellen (!) Parteivorsitzenden Müntefering sollen die "Reichen" daran beteiligt werden, "wenn wir in den nächsten Jahren massiv in die Bildung investieren" (O-Ton F. Müntefering). Das ganze soll auf zwei Jahre begrenzt sein.

    Ein weiterer, noch "schönerer" Vorschlag kam von der SPD-Linken. Ginge es nach ihr, würde der neue Spitzensteuersatz von 47,5 Prozent bereits bei einem zu versteuerndem Einkommen in Höhe von 60.000 Euro greifen. Im Falle eines ledigen, aber "sehr reichen" Akademiker mit einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro würde dieser Vorschlag eine zusätzliche Steuerbelastung von 958 Euro bedeuten.

    Bildung ist sehr wichtig, das ist gar keine Frage! Aber einen "Solidarbeitrag Bildung" einführen zu wollen, ist schon eine merkwürdige Idee. Man kann nur hoffen, dass der SPD in ihrem Umverteilungswahn nicht noch mehr "Solidarbeiträge" einfallen. Wie wäre es mit einem "Solidarbeitrag Opel"? Oder einem "Solidarbeitrag Hypo Real Estate", dazu wäre auch noch ein "Solidarbeitrag Schaeffler" fällig. Die "Reichen" haben ja sicherlich genug Geld dafür übrig. Bevor wir es vergessen: alles ist natürlich auf zwei Jahre begrenzt. Dass diese zeitliche Begrenzung den - ursprünglich ebenfalls temporären - Solidaritätszuschlag zur weiteren Finanzierung der Wiedervereinigung bald seinen zwanzigsten Geburtstag feiern lässt, soll hierbei nur eine Randbemerkung bleiben.

     

    In diesem Sinne,

     

    Stefan Remhof

  • Zum staatlichen Einstieg bei Unternehmen:

     

    Schaeffler, Hypo Real Estate, Opel, Quimonda…die Liste der Unternehmen, die immer hartnäckiger nach staatlicher Unterstützung rufen, scheint täglich zu wachsen. Wohin soll das führen? Kann die Regierung mit Hilfe von Steuergeldern die wegbrechende Nachfrage – wie im Falle von Opel oder auch Quimonda – ersetzen und diese Unternehmen vor der drohenden Insolvenz retten?

    Das Beispiel Opel zeigt, wohin die staatliche Unterstützung führen kann: Ursprünglich forderte der Rüsselsheimer Automobilhersteller 1,8 Milliarden Euro in Form einer staatlichen Bürgschaft. Inzwischen gesteht sich Opel ein, 2,6 Milliarden Euro zu benötigen. Der Spiegel schreibt gar von 3,3 Milliarden Euro. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wie ein staatlicher Eingriff schnell zu dem berühmten „Fass ohne Boden“ oder zum finanziellen Grab werden kann.

    Auch mit der Abwrackprämie hat der Staat sehr deutlich gezeigt, dass er sich aus dem wirtschaftlichen Geschehen  besser so weit wie möglich heraushalten sollte. Statt wie geplant zu verschrotten, wurden viele eingereichte Fahrzeuge in Staaten Afrikas und des Nahen Ostens weiterverkauft – ökologisch und vor allem ökonomisch ein völliger Unsinn. Dazu kommt, dass viele Antragsteller für die Abwrackprämie im üblichen bürokratischen Dschungel untergehen. Unklar war anfangs auch, wie und vor allem wann die Prämie in Höhe von 2.500 Euro ausgezahlt wird.

    Ideen und Vorschläge sind noch reichlich da. Wie wäre es denn auch mit einer Abwrackprämie für LKWs, die älter als – sagen wir einfach mal 11 Jahre – sind? Das Unternehmen MAN, das seinen Firmensitz und eine wichtige Produktionsstätte in München hat, wäre sicherlich erfreut. Oder könnte nicht die bayerische Polizei einfach auf Opel-Fahrzeuge umsteigen, um den Konzern zu stützen? Naja, mit den Überkapazitäten bei BMW und Audi müsste man dann eben schauen…Oder die ernsthaft diskutierte Zwangsenteignung des Milliardengrabes und offensichtlich übergeordnet wichtigen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate? Das wäre doch auch ein Modell für zahlreiche andere Unternehmen.

    Im Ernst: Sagen wir es einfach wie Otto Graf Lambsdorff: „Eine Enteignung ist nicht das letzte Mittel. Es ist gar keins.“

    Man muss sich schon fast erschreckt wundern, wie oft sich die CDU in den letzten Wochen vehement auf Ludwig Erhard beruft. Ist dieser Verweis die Entschuldigung dafür, dass immer mehr ordnungspolitische Sünden begangen werden? Nach dem Motto: „Wir sind die Enkel Ludwig Erhards und die Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft, wir dürfen das.“ Wie lange glaubt der Wähler der CDU und Angela Merkel diese Spielchen noch?

     

    Stefan Remhof

     

  • Hunderttausende Zittern um Arbeitsplatz - Beamte verlangen zehn Prozent mehr Geld

     

    Hunderttausende Menschen und deren Familien zittern bei den Automobilherstellern und ihren Zulieferern, im Maschinenbau, der Exportwirtschaft und sogar bei Traditionsunternehmen wie Schiesser und Märklin, um ihren Arbeitsplatz und werden sich darauf einstellen müssen, schon bald mit deutlich weniger Geld in der Haushaltskasse auskommen zu müssen.

     

    Dagegen verlangt der öffentliche Dienst nebst Beamtenbund, der uns ohnehin täglich in die Zange nimmt, weiterhin unverfroren eine Gehaltserhöhung von rd. zehn Prozent, die aus weiterern Steuer-, Gebühren-, Fahr- und Energiepreiserhöhungen finanziert werden muß und mit der Gießkanne auf die Staatsbediensteten verteilt wird. Der heutige Streik des öffentlichen Nachverkehrs behindert unnötigerweise die, die noch einen Arbeitsplatz haben, zu dem sie kommen müssen. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass die, aus einer sicheren Position Streikenden, von der wirtschaftlichen Realität in unserem Land weit abgekoppelt sind.

     

    Schon bald wird die einsetzende Deflation eine Reallohnerhöhung für diejenigen bedeuten, die noch Arbeit haben. Man sollte froh sein, dass man derzeit einen sicheren Arbeitsplatz hat, statt unverschämte Forderungen zu stellen, die am Ende der Bürger aus Zwangsabgaben bezahlen wird müssen.

     

     

    Mit freundlichen Grüßen

    Johannes Hohenthaner

     

  • Zu Artikel: „Der Staat muss mehr Schulden machen“ – Merkur 13.11.2008 S.5
                                                   
    Steuermehreinnahmen in bis zu dreistelliger Milliarden-Euro-Höhe wurden in den vergangenen Jahren in der Presse als Erfolgsmeldung gefeiert und man meinte kaum zu wissen, wohin mit dem vielen Geld, das den Bürgern vom Staat – unter Androhung von staatlicher Gewalt – zwangsweise abgenommen wurde. So wurde das viele Geld vom Staat mit vollen Händen ausgegeben, für lauter scheinbar sinnvolle Projekte, statt die Bundesschuld – von mittler­weile über 1,5 Billionen Euro – zu tilgen und damit Vorsorge zu treffen. Ein ausgeglichener Bundeshaushalt war erst für 2011 geplant.

    So hat sich der Staat in der vergangenen Hochkonjunktur selbst die Handlungsfreiheit genommen, die er aktuell dringend bräuchte. 2007 und 2008 wären die Jahre für den Schuldenabbau gewesen, nicht die absehbare Zeit der Baisse – aber das interessierte die Regierenden nicht – und so haben wir jetzt die seltene Situation, dass eine amtierende Bundesregierung zehn Monate vor der Bundestagswahl mit einer Rezession kämpft und die Mittel zu deren Bekämpfung leider schon in der Hochkonjunktur „aus dem Fenster geblasen“ hat.

    Immer, wenn sich die große Koalition nicht einigen konnte wurden im Zweifel Steuern und Abgaben erhöht und Abschreibungsmöglichkeiten verschlechtert – was am Ende auf’s Selbe ‚rauskommt; Dies war eine große Koalition gegen den Steuerbürger.

    Das nun groß angekündigte Konjunkturpaket ist daher nur ein kleines „Päckchen“ mit vorhersehbar kleinem Nutzen geworden.

    „It’s the Economy, Stupid!“, sagt ein amerikanisches Sprichwort und die Statistiker wissen, dass eine amtierende Regierung deutlich öfter abgewählt wurde, wenn die Wirtschaft schlecht lief, als wenn es wirtschaftlich gut ging. Es träfe diesmal die Richtigen!

    Johannes Hohenthaner, München

  • Liebe Unterstützer vom Bündnis für MEHR Netto,

     

    neben der IG Metall hat es nun auch die Bahngewerkschaft Transnet sowie die Lokführergewerkschaft GDL erwischt: mit 10 Prozent will Transnet ihre Lohnforderung anführen, von der GDL wird ähnliches erwartet. Gleichzeitig erwartet die Deutsche Bahn AG einen enormen Einbruch im Schienengüterverkehr. Bahnchef Mehdorn befürchtet einen Rückgang von 40 Prozent für Güterzüge im Dezember im Vergleich zum Vorjahr. Es ist offensichtlich: wenn es der Automobil-, Chemie- und Stahlindustrie schlechter geht, schicken diese weniger Güter auf die Reise. Das hat zur Folge, dass die Bahn natürlich weniger transportieren kann. Daher wurden bereits Sparmaßnahmen angekündigt: Mitarbeiter müssen in die verlängerte Weihnachtspause, Überstunden und Urlaub sollen abgebaut werden.

    Ausgerechnet zum Zeitpunkt dieser negativen Meldung flattert die 10-Prozent-Lohnforderung der Transnet, der größten Bahngewerkschaft, ein. Dazu muss gesagt werden, dass erst vor Kurzem eine elfprozentige Lohnsteigerung durchgesetzt wurde. Wir alle erinnern uns an die chaotischen und langen Streiks, die das ganze Land lahmlegten.

    Man wird es abwarten müssen. Bis Januar gilt noch der aktuelle Tarifvertrag und somit auch Friedenspflicht. Es kann aber sein, dass wir ab Februar wieder auf winterlich kalten Bahnsteigen stehen und uns über ausgefallene Züge ärgern.

    Um uns den ganzen Ärger zu ersparen, liebe Transnet und GDL: wie wäre es statt 10 Prozent mehr Lohn einfach mit 10 Prozent MEHR Netto? Wir alle hätten mehr in der Tasche, müssten uns nicht bei -5° über den ausgefallenen Zug ärgern und ihr könntet eure Nerven schonen, in dem ihr auf Streiks verzichtet. Plötzlich hätten wir alle was davon und niemand würde einen Schaden davon tragen. Darüber solltet ihr mal nachdenken.

     

    Sonst noch Fragen?

     

    Euer


    Stefan Remhof

  • Tja, nun ist es nach 23 zähen Stunden vollbracht. Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie konnte diese Woche eine Einigung gefunden werden und somit unbefristete Streiks verhindert werden. 8 Prozent hatte die IG Metall gefordert, 2,1 Prozent plus Einmalzahlung hatte die Arbeitgeberseite geboten. Herausgekommen sind nun zwei Mal 2,1 Prozent plus eine Einmalzahlung.

    Aber langsam. Warum forderte die IG Metall ausgerechnet kurz vor der drohenden Rezession diese enorme Lohnsteigerung?

    Die "Tarifnachrichten der Metall- und Elektroindustrie Bezirk Bayern" offenbaren so manche Überraschung. Schauen wir uns die 8 Gebote der IG Metall einfach mal genauer an.

    So forderte die IG Metall:

    1. Wir brauchen endlich mehr Geld!

    Ja, liebe IG Metall, das sei Euch und ja gar nicht vergönnt. Aber, warum lautet die Forderung nicht: "Wir brauchen endlich mehr Netto!"  Wo war Eure Stimme, als der Gesundheitsfond beschlossen wurde, der Arbeitnehmer ab 1.1.2009 noch einmal zusätzlich belastet? Warum habt Ihr Euch nicht stark gemacht, als es darum ging, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu senken, die den Arbeitnehmern ebenfalls "mehr Geld" ermöglicht hätte?

    2. Die wirtschaftliche Lage ist gut.

    Einspruch: nach 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2007 können wir dieses Jahr nur 1,8 Prozent erwarten (laut DIW). Auch die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie kämpfen mit einem Einbruch der Exportnachfrage und einer restriktiven Kreditvergabe der Banken. Eine "gute" wirtschaftliche Lage sieht anders aus.

    3. Finanzkrise - kein Argument gegen 8%.

    Natürlich, liebe IG Metall, habt Ihr mit den Bankmanagern einen willkommenen Sündenbock für die Finanzkrise gefunden. Nur, dass sich in einer globalisierten Welt eine Krise in einem Land und einer Branche auch auf andere Ländern und Branchen ausweiten kann, sollte inzwischen auch bei Euch angekommen sein.

    4. Die Gerechtigkeitslücke schließen

    Genau, und das "Bündnis für mehr Netto" weiß auch wie. Nämlich mit Steuer- und Abgabensenkungen für Arbeitnehmer und nicht mit realitätsfernen Lohnabschlussforderungen!

    5. Die Binnennachfrage ankurbeln

    Das Lielingsargument der Gewerkschaften bei ihren Lohnforderungen. Liebe IG Metall: mit der Globalisierung haben sich national abgeschottete Märkte Gott sei Dank verabschiedet. Oder wollt Ihr Euren Mitgliedern etwa vorschreiben, dass sie zukünftig nur noch deutsche Produkte kaufen dürfen, um die Binnennachfrage anzukurbeln? Damit wäre Frank Bsirskes Trip in die Südsee aber auch passé.

    6. Mehr Leistung - mehr Verdienst

    Natürlich nahm die Produktivität der Betriebe der Metall- und Elektroindustrie in den letzen Jahren - auch dank der Arbeitnehmer - kontinuierlich zu.

    Aber: auch hier gilt, dass die globale Konkurrenz nicht schläft und ebenfalls "mehr Leistung" an den Tag legt. Nur durch moderate Lohnabschlüsse in der Vergangenheit konnten deutsche Unternehmen ihre Lohnstückkosten senken und damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Also, liebe IG Metall, macht das Erreichte nicht schon wieder nach kurzer Zeit kaputt!

    7. Azubis brauchen 75 Euro mehr

    Das ist vielleicht noch ein Argument, dem nichts entgegen zu setzen ist...

    8. Einmalzahlung: Ein Verlustgeschäft

    Ja, und die 8 Prozent? Kommt davon denn alles bei den Arbeitnehmern an?? Kaum!

     

    Um es noch einmal zu sagen. Es geht hier um "mehr Netto" und nicht um Gezänke über 8 Prozent und die Vor- und Nachteile der Einmalzahlung. "Mehr Netto" sollte sich die IG Metall beim nächsten Tarifkonflikt auf die roten Fahnen schreiben.

     

    In diesem Sinne!

     

    Stefan Remhof

  • Liebe IG-Metall,

     

    ich verstehe ja gut , dass ihr mehr Geld haben wollt. Auch die 8% kann ich verstehen und gönne sie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von Herzen.

     

    Was ich nicht verstehe ist, warum ihr dann 8% mehr Brutto fordert? Klug wäre, 8% mehr Netto zu fordern.

     

    Denn von 8% mehr Brutto kommt höchstens die Hälfte bei euren Jungs und Mädels an. Bei 8% mehr Netto aber 100%. Was ist also besser?

     

    Alllerdings müsstet ihr dann den Adressaten eurer Forderung ändern. Denn für mehr Netto müsste der Staat sorgen. Also Herr Steinbrück von der SPD und Frau Merkel von der CDU.

     

    Oder ihr empfehlt euren Mitgliedern einfach FDP zu wählen. Dann haben alle mehr Netto. Das ist die klügste Variante!


    Gecheckt?

     

    Cool.

     

    Euer

     

    Andreas Keck

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